Die Macher von LightBurn versprechen eine leistungsstarke, intuitive und komplette Lösung zur Steuerung deiner Lasermaschine. Aber wie gut ist diese Software wirklich in der Praxis? Bei Lasersheets nutzen wir täglich verschiedene Maschinen und haben LightBurn ausgiebig getestet. In diesem Review teilen wir unsere ehrlichen Erkenntnisse: Was funktioniert gut, wo liegen die Fallstricke und für wen lohnt sich die Investition in diese Software?
Was ist LightBurn?
LightBurn ist eine Software, mit der du deinen Laserschneider steuerst und Zeichnungen an deine Maschine sendest. Es ist eine Alternative zur oft mitgelieferten Standardsoftware wie LaserCAD, RDWorks oder EZCad. LightBurn verspricht, besser als all diese Pakete zu sein, und wir haben das ausführlich getestet. In diesem Review liest du, was wir davon halten.
Warum Standard-Lasersoftware oft nicht ausreicht
Software wie LaserCAD und RDWorks funktioniert für die Grundlagen gut: eine Zeichnung öffnen, Einstellungen eingeben und deine Datei an den Laser senden. Aber sobald du erweiterte Funktionen nutzen möchtest, stößt du schnell an Grenzen. Obwohl Funktionen wie join lines, offsets und arrays vorhanden sind, sind sie in der Praxis oft unhandlich oder verursachen Fehler. Die unklaren Übersetzungen machen es nicht einfacher.
Für Anfänger mit einfachen Projekten funktioniert Standardsoftware gut. Aber sobald du öfter laserst und mehr aus deiner Maschine herausholen möchtest, bietet LightBurn eine viel leistungsstärkere Alternative.
Kompatibilität von LightBurn mit Lasern
LightBurn ist mit mehreren Lasermaschinenmarken kompatibel. Wenn dein Laser mit einem Ruida-, Trocen- oder TopWisdom-Controller oder einem GCode-basierten Controller arbeitet, kann LightBurn damit umgehen.
In der Praxis sind das:
- Fast alle chinesischen Laser (Gweike, Vevor und diverse markenlose Maschinen)
- Die meisten Diodenlaser (Xtool, Sculpfun, Ortur, Omtech, FLUX, Creality und andere)
- Galvo-Laser, die mit EZCad arbeiten (CO2-, UV- und Faserlaser)
- BRM Laser
- LionLaser Maschinen
- MetaQuip Laser
- LaserPecker
- Und noch viel mehr
LightBurn ist nicht kompatibel mit:
Es gibt Versionen für Windows, MacOS und Linux.
Kosten von LightBurn
LightBurn ist nicht kostenlos. Du kaufst pro Maschine eine einmalige Lizenz, die unbegrenzt gültig bleibt. Hast du einen GCode-basierten Controller wie die meisten Diodenlaser? Dann kannst du die Core-Lizenz für 103,95 € nutzen. In allen anderen Fällen benötigst du eine Pro-Lizenz für 208,95 €. (Stand Juli 2025).
Du kannst LightBurn 30 Tage kostenlos testen, um zu prüfen, ob es mit deinem Laser kompatibel ist und ob du es für deine Produktion das Geld wert findest.
Wie haben wir LightBurn getestet?
Lasersheets bietet auch einen Laserdienst an, nämlich Snijlab. Snijlab ist seit 15 Jahren ein bekannter Name in den Niederlanden, hier schneiden wir täglich Dutzende von Projekten für Kunden. Wir nutzen vier SPOTmini's (kundenspezifische Maschinen mit Trocen-Controllern), einen AEON-Laser, zwei Galvos und einen Xtool Diodenlaser.
Für unseren Produktionsprozess ist die richtige Software entscheidend. Sie bestimmt nicht nur unsere Effizienz, sondern auch, wie schnell wir die richtigen Einstellungen für jedes Material finden können. Bevor wir (Spoiler-Alarm) vollständig auf LightBurn umgestiegen sind, haben wir zunächst die Funktionen untersucht und eine Testphase durchgeführt. Das war ein Erfolg. Anschließend haben wir das gesamte Team in der Nutzung von LightBurn geschult.
Wir haben LightBurn also ausführlich auf verschiedenen Maschinen in einer professionellen Produktionsumgebung getestet. Seit dem Umstieg arbeiten wir täglich mit großer Freude mit dieser Software. Die LaserCAD- und EZCad-Software haben wir sogar von unseren Maschinen deinstalliert.
Obwohl wir in fast allen Punkten positiv sind, gibt es ein paar Aspekte, die beachtet werden sollten. Lies weiter, um zu entdecken, was LightBurn unserer Meinung nach so gut macht und wo es noch Raum für Verbesserungen gibt.
Design- und CAD-Funktionen
LightBurn ist nicht primär als Designsoftware gedacht. Normalerweise entwirfst du in CAD-Software wie Illustrator, CorelDraw, Autodesk Fusion360, SolidWorks oder ähnlichen Programmen. Anschließend exportierst du deine Dateien und öffnest sie in LightBurn. Dort stellst du die Geschwindigkeit und Leistung deines Lasers ein und sendest deine Datei an die Maschine.
Alle Lasersoftware hat Zeichenfunktionen, aber meistens sind diese so begrenzt, dass sie praktisch unbrauchbar sind. LightBurn ist hier wirklich besser. Es bietet unter anderem:
- Snap to object und snap to grid
- Guidelines
- Auto join und break apart Funktion für Vektoren
- Node editor
- Tabs
- Smarte Boolean-Funktionen
Es gibt auch eine Reihe laserspezifischer Werkzeuge, die die Arbeit erleichtern. So kannst du zum Beispiel Schlitzverbindungen intelligent skalieren, Bitmaps vektorisieren und sogar auf verschiedene Weisen nesten, um Material zu sparen. All diese Funktionen empfanden wir als leistungsstark und angenehm zu bedienen, im Gegensatz zu vergleichbaren Funktionen in LaserCAD, die schlecht funktionieren oder Mängel aufweisen.
Materialbibliothek
Unsere Lieblingsfunktion ist die Bibliothek mit Einstellungen. Du kannst pro Material mehrere Einstellungen zum Schneiden und Gravieren speichern. Wenn du diese Einstellung das nächste Mal benötigst, kannst du sie mit einem Klick laden.

Was uns betrifft, könnte es noch etwas mehr Struktur in den Eingabefeldern geben. Uns fehlen zum Beispiel Felder für die Art der Bearbeitung (Schneiden oder Gravieren), die Anwendung, den Luftdruck und Notizen. Du kannst dies jetzt im Feld für die description unterbringen, aber das kann jeder anders ausfüllen. Wenn du mit mehreren Leuten in derselben library arbeitest, ist es ratsam, hier Absprachen zu treffen, damit es nicht chaotisch wird.
Wir machen es wie folgt:
- Material name: Materialname
- Thickness: an bei Schneide-Einstellungen, aus bei Gravur-Einstellungen
- Title: leer lassen
- Description: Bearbeitungstyp - Anwendung - Luftdruck - Notizen
Tipp: Wenn du mehrere Linsen verwendest, erstelle eine separate Bibliothek pro Linse. Wenn du die Linse in deiner Maschine wechselst, lädst du auch die andere Bibliothek in LightBurn. Das ist übersichtlicher, als alles durcheinander zu haben.
Tipp: Neben einer Materialbibliothek gibt es auch eine Artwork-Bibliothek. Speichere hier alle Vektordateien, die du häufiger verwendest, für superschnellen Zugriff.
Kerf-Offset in den Ebeneneinstellungen
Wenn du Teile genau passend bekommen möchtest, musst du die Schnittbreite kompensieren. Das muss aber in die richtige Richtung gehen: nach innen für Löcher und nach außen für Konturen. In vielen Programmen kannst du das tun, indem du jede Form anklickst und einen Offset erstellst, aber das ist viel Arbeit. Zudem unterscheidet sich der Offset je nach Material.
Die Lösung in LightBurn ist viel besser. In den Layer settings deines Materials gibst du den Kerf-Offset an, und LightBurn erledigt den Rest. Das ist nicht nur weniger Arbeit, es wird auch direkt in deiner Materialbibliothek gespeichert. So läuft beim nächsten Materialgebrauch alles von selbst.
Tipp: Möchtest du einfach bestimmen, wie breit dein Schnitt ist? Dann nutze dieses Tool: Kerf Offset Test
Sublayers
Einige Gravuren oder Werkstücke benötigen mehrere Bearbeitungsschritte. Eine Flächengravur erhält zum Beispiel schärfere Kanten, wenn du eine Liniengravur entlang der Konturen setzt. Eine Layer in LightBurn kannst du mit Sublayers erweitern. Das sind zusätzliche Bearbeitungen unter einer Layer/Farbe in deiner Zeichnung. So kannst du komplexe Bearbeitungen übersichtlich verwalten und speichern.

Tastenkombinationen
Möchtest du wirklich effizient arbeiten, dann musst du Tastenkombinationen lernen. Unser Lieblings-Hotkey: ] und [, um ein ausgewähltes Objekt um 90 Grad zu drehen!
Kameraausrichtung
Hat dein Laser keine Kamera? Dann verpasst du etwas! Glücklicherweise kannst du jede USB-Webcam in LightBurn verwenden. Du befestigst die Kamera an deiner Abdeckung, sodass sie ein Foto deines gesamten Arbeitsfeldes machen kann. Anschließend verwendest du den Kamera-Kalibrierungsassistenten (Camera alignment), um das Bild mit deinem Arbeitsfeld in LightBurn auszurichten.
Jetzt kannst du alle praktischen Funktionen nutzen, die dir eine Kamera bietet:
- Gravuren auf Objekten in deinem Laser ausrichten
- Schneidarbeiten auf Reststücken ausrichten
- Gedruckte Materialien präzise ausschneiden
- Unterbrochene und verschobene Schneidarbeiten retten
Unten siehst du ein Beispiel des Camera alignment-Bildschirms.

Trace Image
Vür das Laserschneiden benötigst du Vektordateien, Pixeldateien musst du zuerst umwandeln. Egal wie geübt du in CAD bist, es bleibt oft eine Hürde, wenn du 'mal eben schnell' etwas Schönes erstellen möchtest, oder wenn du einfach ein bestimmtes Artwork lasern willst. LightBurn hat eine integrierte Tracer-Funktion, die Bitmaps in Vektoren umwandeln kann. Diese Funktion funktioniert gut und kann mit Illustrator oder vectorizer.ai konkurrieren, es ist praktisch, dass es direkt eingebaut ist und du nicht extra dafür bezahlst.
Docking und Nesting
Das Docking-Tool verschiebt ausgewählte Objekte nach links, rechts, oben oder unten, bis zum Rand des Workspaces oder wenn sie ein anderes Objekt berühren. Docking bringt Objekte zusammen oder bewegt sie zusammen, sodass ihr relativer Abstand zueinander gleich bleibt. Dies ist ein nützliches Tool, um Raum und Material effizient zu nutzen.
LightBurn hat keine eingebaute Nesting-Funktion, aber du kannst mit Nest Selected eine SVG erstellen, zu svgNest.com hochladen und dann wieder importieren.

Slot-Anpassung
Diese Funktion fühlt sich wirklich wie reine Magie an. Hast du eine Zeichnung mit Slots (Fingerzinken), möchtest aber ein anderes Material verwenden? Normalerweise müsstest du dann alle Schlitze manuell an die neue Plattenstärke anpassen. Mit der Slot-Anpassungsfunktion ist das nicht mehr nötig! Du passt alle Slots in einer Zeichnung auf einmal an.
Dokumentation
Last but not least: Die LightBurn Docs sind eine wahre Schatzkammer an Informationen für Laserbesitzer. Sie erklären nicht nur in ihrer Dokumentation gut, wie die Software funktioniert, du findest dort auch viele Informationen zu Einstellungen, Fehlerbehebung und nützlichen Tricks. Klar geschrieben, mit guten Bildern und Videos.
Fazit
Also, was halten wir von LightBurn? Du hast es bestimmt schon gemerkt: Wir sind begeistert. Alle Basisfunktionen sind durchdacht und gut umgesetzt. Es ist deutlich von Leuten gemacht, die selbst viel lasern und ein gutes Werkzeug haben wollen.
Allein die Materialbibliothek ist unserer Meinung nach das Upgrade wert. Es gibt so viele praktische Funktionen, dass du schnell Zeit sparst und bessere Ergebnisse aus deinem Laser herausholst. Der Nachteil ist, dass es Geld kostet und nicht auf allen Maschinen, wie Trotec und Universal, funktioniert. Aber wenn du einen kompatiblen Laser hast, sagen wir: Probier' doch mal die kostenlose Testversion aus.

6 Kommentare
Je vergeet wel 1 ding te melden: bij gebruik van lightburn werken bij veel lasers sommige functies niet meer. Dit verschilt per laser. Maar denk aan camera’s, framen. En er zijn lasers die je noemt die soms zeer gek reageren op lightburn.
In je rijtje lasers kun je ook Flux noemen die werken wel prachtig samen met lightburn.
Leuk dat jullie zo een review doen!